Fotos bei praller Sonne
In den vergangenen Jahren hatte ich schon einige Filme von CineStill Film belichtet und war wirklich sehr zufrieden. Als dann Silbersalz35 auf den Markt kam, musste ich unbedingt diese Filme ausprobieren (z. B. Silbersalz35 500T), sodass ich CineStill Film erst mal beiseite schob. Nun möchte ich mich aus „Gründen“ wieder mit dem CineStill 800T beschäftigen.
Der Film hat eine breite Belichtungsspielraum (Range), und die will ich voll ausreizen. Und da fange ich doch gleich damit an, bei absolut krasser Sonneneinstrahlung zu fotografieren. Aber wie soll ich diesen Film dann belichten? Ich habe bei CineStill nachgefragt und eine sehr ausführliche Antwort erhalten. Kleine Randnotiz: Ich benutze für die Tageslichtaufnahmen einen 85B-Filter, weil mit der warme Ton gefällt.
Kommen wir zurück zur Antwort von CineStill Film:
Wenn man den 800T bei Tageslicht verwendet, kann ein 85A-Filter genutzt werden, um das Bild wärmer zu machen. Allerdings sind abweichende Varianten des 85A-Filters (85B, 85C usw.) nicht ratsam, da wir festgestellt haben, dass sie im Allgemeinen ein bisschen zu warm sind.
Wenn du mit einem 85A-Filter (oder B, C) fotografierst und den integrierten Belichtungsmesser der Kamera (TTL-Messung) nutzt, berücksichtigt der Belichtungsmesser automatisch, dass der Filter etwas Licht schluckt. Das nennt man „Filterfaktor“ und dieser wird vom Filterhersteller angegeben. In diesem Fall würde ich den Belichtungsmesser einfach auf ISO 800 einstellen und den Film ganz normal entwickeln.
Wenn du mit einem 85A-Filter (oder B, C) fotografierst und einen externen Belichtungsmesser verwendest, musst du den Filterfaktor selbst berücksichtigen. In diesem Szenario würde ich den Belichtungsmesser auf 800 einstellen, (zum Beispiel) eine halbe Blendenstufe basierend auf dem Filterfaktor hinzufügen – indem ich die Belichtungszeit verlängere oder die Blende weiter öffne – und dann normal entwickeln.
Wenn man den 800T ohne Filter bei Tageslicht belichten möchte, ist es am besten, den Film leicht überzubelichten. Das verringert den Blaustich, der entsteht, wenn man einen auf Kunstlicht (Tungsten) abgestimmten Film bei Tageslicht nutzt. Für diesen Fall empfehlen wir, den Film wie einen ISO 400 zu belichten und normal zu entwickeln. Eventuell musst du in der Nachbearbeitung immer noch eine leichte Farbkorrektur vornehmen, aber das wird weniger Aufwand sein, als wenn du den Belichtungsmesser auf 800 eingestellt hättest.
Vielen Dank nochmals an Michael von CineStill Film – und das schon zum zweiten Mal!
Das nette Team von CineStill Film hat mir bereits im Jahr 2018 bei einer Recherche für mein Buch „Blackfin Boys II – Die Hölle soll warten“ geholfen. In der Abenteuerserie entdeckt der Protagonist Mark die Liebe zur analogen Fotografie.
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