Tropen-Shopping in der Bäckerstraße
Wer dieser Tage in der Hamelner Innenstadt auf der Suche nach einem neuen Sommer-Outfit ist, sollte die C&A-Filiale in der Bäckerstraße (Hameln) nur mit extrem leichter Kleidung, einer Wasserflasche und im Idealfall einem funktionierenden Kreislauf betreten. Bei lockeren 34 Grad Außentemperatur bot die gesamte Verkaufsfläche gestern ein Shopping-Erlebnis der besonderen Art: stehende Luft, stinkende Schweißausbrüche gratis und eine Atmosphäre wie im Tropenhaus. Der Grund? Die Klimaanlage ist aus.
„Die Schuld wird hin und her geschoben“
Auf Nachfrage bei einer sehr freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiterin stellte sich heraus, dass die Anlage bereits seit Wochen defekt ist. Von Handwerkern oder einer baldigen Reparatur fehlt jedoch jede Spur. Stattdessen erfährt man hinter vorgehaltener Hand das übliche bürokratische Trauerspiel: Die Verantwortlichen schieben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe, während das Problem auf dem Rücken der Menschen im Laden ausgetragen wird.
Die physikalische Bankrotterklärung
Besonders skurril wird es beim Blick auf die vermeintliche „Rettungsmaßnahme“ der Geschäftsführung. Überall im Verkaufsraum, zwischen T-Shirts und Hemden, wurden etwa einen Meter hohe, mobile Klimaanlagen aufgestellt. Das Problem: Sie waren alle ausgeschaltet. Eine weitere Mitarbeiterin klärte das Rätsel auf: Die Geräte strahlen im Betrieb offenbar mehr heiße Luft aus als kalte.
Jeder, der sich schon einmal mit Raumklima beschäftigt hat, weiß: Ohne einen Abluftschlauch, der die heiße Luft nach draußen befördert, wandelt sich eine mobile Klimaanlage unweigerlich in einen Heizlüfter. Dass man diese Geräte nun einfach als nutzlosen Elektroschrott im Laden stehen lässt, zeigt die ganze Ignoranz der Verantwortlichen.
Fazit: Vorbildliches Personal, versagende Chefetage
Während das Personal vor Ort trotz der tropischen Bedingungen extrem freundlich, geduldig und hilfsbereit bleibt, lässt die Geschäftsführung jegliche Fürsorge vermissen. Hier wird am falschen Ende gespart und die Reparatur verschleppt, während das Wohlbefinden von Kunden und den eigenen Mitarbeitern scheinbar scheißegal ist.
Ein Einkaufserlebnis sieht definitiv anders aus. Bleibt zu hoffen, dass in der Chefetage schnellstens jemand Lust hat, zu reagieren – bevor die ersten Angestellten hinter der Kasse oder die Kundschaft auf der Verkaufsfläche kollabieren.
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