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Arztbriefe & Medi-Pläne kontrollieren!

Viele Arztbriefe enthalten falsche Angaben

Nach 12 Jahren Dialyse, diversen Krankenhausaufenthalten und unzähligen Arztbesuchen, möchte ich ein paar kleine Tipps loswerden:

 

1. Immer und immer wieder (!) alle Arztbriefe kontrollieren, die man im Laufe seiner chronischen Krankheit erhält! Mir ist aufgefallen, dass der Medikationsplan in Befunden oft fehlerhaft ist. Teilweise handelt es sich dabei um falsche Angaben der Dosen (mg oder Tropfen), teilweise fehlen einige Medis komplett. Kleines Beispiel: In einem Arztbrief wurde angegeben, ich solle das Medikament Oxycodon/Naloxon in einer täglichen Dosis von 200/100 mg einnehmen. Ich glaube nicht, dass ich nach der Einnahme noch mal aufwachen würde. Natürlich lag die richtige Dosis bei 20/10 mg – zwei Nullen an der falschen Stelle können Leben kosten. Einem Bekannten von mir wurde in seinem Abschlussbericht nach einem Krankenhausaufenthalt eine Knie-O.P. bescheinigt – mit der Anweisung, dass die eingesetzten Schrauben nach 6 Monaten entfernt werden können. Ihm wurde aber lediglich der Blinddarm entfernt. 

 

2. Wirkstoffe auswendig lernen! Nimmt man regelmäßig Medikamente ein, sollte man auch wissen, welche das sind  und was sie bewirken. Wenn Sie im Krankenhaus, bei Ärzten oder im Krankenwagen gefragt werden, welches Medikament Ihnen z.B. gegen hohen Blutdruck verschrieben wurde, sagen Sie nicht "Hexal® 16 mg", sondern "Candesartan 16 mg". Hexal® ist der Name der Firma, die das Medikament herstellt– und Hexal® stellt viel her.

 

Beispiel: Seit vielen Monaten bekommen Sie LYRICA®. Sie kennen die Verpackung, Sie kennen Größe, Farbe und Form. Beim nächsten Besuch in Ihrer Apotheke erhalten Sie plötzlich Pregabalin. Haben Sie vorher auch schon bekommen, sieht nur anders aus und die Packung enthält nur den Wirkstoff Pregabalin als Bezeichnung. Warum? Ihre Krankenkasse hat nun einen Vertrag mit einem anderen Pharma-Riesen. Mehr dazu auf der Seite vom Bundesministerium für Gesundheit. Das alles ist für Sie aber kein Problem, denn Sie haben den Wirkstoff, der in Lyrica enthalten ist, auswendig gelernt. 

Es gibt allerdings auch Patienten, denen das alles völlig egal ist. Ich denke da an meinen Bettnachbarn Walther, den ich bei meinem letzten Krankenhausbesuch kennenlernen durfte. Die Pflegefachfrau verteilte jeden Morgen die kleinen Becher mit den jeweiligen Medis. Mit einem freundlichen Lächeln stellte sie diese jeden Morgen auf die kleinen Beistelltische, die direkt neben dem Bett stehen. Walther griff zu und schluckte seine Pillen wie ein ausgehungerter Rottweiler herunter. "Ich will das schnell hinter mich bringen.", sagte er dann immer.

 

Gerade wollte ich meine Medis schlucken, da sah ich, dass zwischen den acht verschiedenen Pillen eine große ovale auftauchte, die ich die Tage zuvor noch nie gesehen hatte. Ich rief die Schwester herbei, denn ich wollte unbedingt wissen, was das für ein neues Medikament war und warum mein Plan geändert wurde. "Oh, Entschuldigung, da habe ich wohl Ihre Medikamente vertauscht!". Tja, nun hatte Walther meine Medis eingenommen. Eigentlich hätte ihm auffallen müssen, dass in seinem Becher diese eine Große fehlt.

 

Beide Tabletten enthalten den Wirkstoff Candesartan in der Dosis 8 mg, allerdings von zwei verschiedenen Anbietern. Deswegen sehen die auch anders aus.

Durch dieses Missgeschick kommen wir zu Punkt 3: Immer alles kontrollieren und genau Farben und Formen der Tabletten merken. Natürlich können diese leicht variieren. Zum Beispiel sehen die Tabletten des gleichen Wirkstoffes von 1a-Pharma® anders aus, als die von Hexal®. Wenn man das weiß, kann man sich darauf einstellen. Beide Tabletten enthalten den Wirkstoff Candesartan in der Dosis 8 mg, allerdings von zwei verschiedenen Anbietern.

Bleiben Sie gesund und haben Sie stets ein wachsames Auge ☺︎

Sie schaffen das schon!

Kommentare: 3
  • #3

    Carla H. (Montag, 22 April 2024 10:46)

    Es ist auch hilfreich, IMMER den aktuellen Medikationsplan bei sich zu haben. Selbst, wenn es bloß zum Bäcker um die Ecke geht.

  • #2

    Ben H. (Dienstag, 13 Februar 2024 10:42)

    Mein Vater ist 82 Jahre alt. Ohne Hilfe kommt der nicht klar. Selbst ich steige da nur schwer durch. Gerade der letzte Absatz zeigt ja, dass es kaum möglich ist, Tabletten auseinander zu halten. Dazu müsste mein Vater die Formen und Farben seiner Tablette von allen Herstellern kennen, wenn er ins Krankenhaus kommt. Ich behaupte nicht, dass das unmöglich ist, aber unwahrscheinlich.

  • #1

    Thorsten M. (Mittwoch, 31 Januar 2024 17:15)

    Im Krankenhaus haben manche Tabletten teilweise verschiedene Formen und Farben, wie als man sie von Zuhause kennt. Da muss man auch aufpassen!!!

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